An den Fassaden und Dachbalustraden des Naturhistorischen Museums Wien (NHM) finden sich 98 Menschen in Form von 64 Porträtköpfen und 34 überlebensgroßen Statuen verewigt – Forscher, Entdecker, Wissenschaftler aller Epochen, ausnahmslos männlich. Die Forschungsreisende Ida Pfeiffer (1797–1858), die indirekt einen Teil der Wiener Museumssammlung mit ihren exotischen Pflanzen, Insekten, Reptilien, Affen und Ethnologika mitbegründet hat, fehlt ebenso wie ihre berühmte Vorgängerin, die Naturforscherin Maria Sibylla Merian (1647–1717). Mit Rollenportraits erinnert Andessner an die beiden historischen Persönlichkeiten – stellvertretend für alle anderen verschwiegenen und vergessenen Forscherinnen. Pfeiffer auf dem Museumsdach neben Alexander von Humboldt, Merian in der Vermeer-Stimmung des Generaldirektorbüros.
In einem dritten Sujet geht Andessner in die Rolle von Artemis, der Herrin der Tiere – für eine Aktaufnahme inmitten von ausgestopften, als Gattung teils ausgestorbenen Vierbeinern, die in einem Klima von 10 Grad Celsius dicht an dicht gereiht im Tiefspeicher des Museums an die Pferde der Terracottarmee von Xi’an erinnern.
Die Motive „Merian“ und „Artemis“ wurden 2007 realisiert, „Ida Pfeiffer“ 2010.
Arbeiten:
Original-Polaroidfotografien 8 x 10 Inch und 4 x 5 Inch sowie Lambda C-Prints der drei Motivgruppen
„I.A.M. [Ida/Artemis/Merian]“, Video-Dokumentation, 2007
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