Maria Andeßner

Maria Karoline Andeßner wird zu Silvester 1833 im oberösterreichischen Eberschwang geboren.  Vater ist der anno 1800 in Eberschwang geborene Lederfabrikant Karl Andeßner. 1842 zieht die neunjährige Maria Andeßner mit ihren Eltern nach Salzburg – in die Schwarzstraße 15, in der sie bis zu ihrem Lebensende gemeldet bleibt.

Als Marias Vater Karl 1893 stirbt, ist Maria 60 und nach wie vor unverheiratet. Aufgrund der Zinshauseinnahmen finanziell unabhängig, geht sie auf Weltreisen, von denen sie in der Salzburger Zeitung berichtet. Von Salzburg aus unternimmt „Fräulein Marie Andeßner“ ausgedehnte Reisen in alle fünf Erdteile, und dies „meistens allein und ohne jede Begleitung“, wie es in ihrem Nachruf heißt. „Der Besuch von Marie Andeßner in einem New Yorker ,Vergnügungslocale’ ohne männliche Begleitung war wie das Weltreisen außerhalb männlicher Schutzgewalt wegweisend für die Entwicklung im 20. Jahrhundert: Frauen besetzten neue Rollenbilder, eroberten den öffentlichen Raum nicht nur im geografischen Sinn des Wortes und verließen damit endgültig die ihnen so lange als angemessen zugewiesene ­privat-familiäre Lebenswelt.

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